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Wenn der Schüler den Meister kritisiert, sollte der Schüler weiterziehen.

 

Wenn der Schüler den Meister kritisiert, sollte der Schüler weiterziehen.

Über diesen Spruch habe ich gestern mit unseren Tai Chi Lehrer philosophiert. Er dachte nach und antwortete verwundert: „Das stimmt.“

Der Schüler hat dann meist das Gefühl, er könnte schon alles oder sogar mehr als der Meister. Weit gefehlt, das sollte nicht der Grund sein zu gehen. Denn da fällt mir gleich der Zauberlehrling ein. Man glaubt vieles zu wissen und kann nur erst einen Teil anwenden. Aber ich habe in meinem Leben gelernt, dass es ganz hervorragend ist von verschiedenen Menschen zu lernen. Immer wenn ich begann an diesen doch so lieb gewonnenen Menschen etwas zu bemängeln, habe ich es vorgezogen sie eine Weile nicht zu sehen, um sie weiterhin wert schätzen zu können. Denn nicht mein Therapeut oder Lehrer oder Freund hatte ein Problem mit mir, sondern ich mit mir. Ich glaubte, ein Zauberlehrling zu sein und suchte dann bei anderen Menschen die Antworten die mein Leben glücklicher gestalten sollten.

Immer und immer wieder geschah das Gleiche. Auch der andere Lehrer sprach die gleichen Worte, gab die gleichen Antworten und mahnte an den gleichen Stellen wie der Lehrer davor. Der neue Lehrer hatte nur eine andere Art, eine größere Intensität in mir einzudringen, war hartnäckiger.
Wie ist das möglich?
Ganz einfach. Als ich anfing an meiner Persönlichkeit zu arbeiten, hatte ich vor jedem noch so kleinen Schritt Angst und man musste sehr vorsichtig und behutsam mich zu jeden Schritt ziehen. Dann kam die große Explosion und ich machte einen allerersten riesigen Schritt. Jetzt war ich der festen Überzeugung, dass ich alles kann und der beste und größte Mensch der ganzen Welt bin. Mein damaliger Lehrer war natürlich mir viel zu klein geworden, dabei hätte er mich noch wesentlich mehr lehren können, hätte jetzt endlich den intensiven, hartnäckigen Kurs mit mir einschlagen können. Doch ich war auf Wolke Sieben und brauchte jetzt erst einmal eine Zeit der Selbstbeweihräucherung.
In meiner Großartigkeit konnte ich natürlich nur einen Lehrer aufsuchen, der mir "ebenbürtig" erschien. Also musste er teurer sein, bekannter und möglichst irgendeinen wichtigen Titel besitzen.
Dieser großartige Lehrer bat mich als erstes von meinem selbsterhobenen Sockel hinabzusteigen, denn auch vor der Erleuchtung muss man Feuer machen und Wasser schleppen, und auch nach der Erleuchtung muss man Feuer machen und Wasser schleppen. Oje, was für eine Erkenntnis, ich war zutiefst erschüttert, aber er hatte recht.
Erst als ich das umgesetzt hatte begann er mit mir an all den Fragen und Antworten nochmal zu arbeiten, die ich auch schon beim ersten Lehrer hatte. Nur jetzt noch tiefer und langsamer. Auch ein weiterer Lehrer hatte wieder die gleichen Ausrichtungen. Also kehrte ich reumütig zum allerersten Lehrer zurück und sagte:“Ich habe Erfahrungen gesammelt und erst jetzt kann ich deine Worte verstehen.“ Aber ohne die verschiedenen Lehrer hätte ich seine Großartigkeit nicht erkannt.

(Katrin Treydte, Februar 2014)


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Leserfeedback:
Danke liebe Katrin für Deine ehrlichen und sehr weisen Worte zum Thema "Lehrer und Schüler".... ganz toll, kenn ich irgendwoher.   :-)

Liebe Grüße

I. aus Sachsen
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Liebe Katrin,

danke für Euren Newsletter.
Die Geschichte mit dem Schüler und dem Meister ist sehr Alltagstauglich.
Ist wahrscheinlich so, oder so ähnlich, jedem mal passiert.

Guten Wochenstart!
M. aus Bayern



 
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