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So schnell kann es gehen

So schnell kann es gehen!

Katrin hatte letzte Woche einen Termin in einem Kosmetikstudio vereinbaren wollen als die Chefin ganz aufgelöst aus ihrem Zimmer kam mit der „Entschuldigung“, dass sie gerade einen Todesfall in der Familie haben. Ihr Schwager sei tödlich verunglückt, vom Dach gefallen.

Bumm!

So schnell kann es gehen.
Wir versuchten die Frau etwas zu trösten, doch was kann man in solch einer Situation schon tröstendes sagen? Auch wenn es noch so gut gemeint ist, letztlich bleiben der Schmerz und die absolut grausame Realität der unfassbaren Absolutheit des Verlustes übrig.

Wer ist schuld?!, das ist hier meist die erste und gefühlt wichtigste Frage. 
Doch kann man überhaupt von Schuld sprechen, wenn nicht gerade Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorliegen? Wären diese Aspekte nicht ohnehin dann Sachen der Gerichtsbarkeit, die sowieso außerhalb der Verantwortung der Hinterbliebenen liegen würde?

Wer ist schuld, und was hätte man selbst, als Hinterbliebener tun können um das zu verhindern, sind wohl die am meisten gedachten Gedanken die direkt das Gefühl der – eigenen - Schuld auslösen können.

Bei der Vorbereitung unserer Reise nach Afrika stand auch immer wieder der Gedanke: was, wenn wir sterben, wenn einer von uns umkommt?
Ich habe bei diesen monatelangen Grübeleien eine sehr interessante Erfahrung gemacht, die sich im Leben und Sterben immer wieder zu bestätigen scheint.

Wir Menschen scheinen alle so eine Art Lebenskerze zu haben und wenn diese Kerze abgebrannt ist, dann ist einfach Schluss!
Und es scheint vollkommen egal zu sein, ob man dabei mit dem Fahrrad durch die glühende Sahara fährt, einkaufen geht, zu Hause auf den Couch fern sieht oder wie oben beschrieben, seine Arbeit auf dem Dach verrichtet. Wenn die Kerze abgebrannt ist, ist das Leben unausweichlich zu Ende.
Sicher, die Medizin kann mit Apparaten und allerlei Möglichkeiten das Leben verlängern. Aber ob das dann noch Leben ist, aus der Sicht der Betroffenen, bleibt zumindest für mich sehr fraglich!

Bleibt die Frage, inwieweit das Gefühl einer Schuld gerechtfertigt ist, wenn man doch keine offensichtliche Schuld hat?

(Wolfram Treydte 2014)

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