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Warum tust du mir das an, oder tue ich mir das an?

Foto: Jana Scheiding

Warum tust du mir das an, oder tue ich mir das an?

Martina schaut völlig verstört aus dem Fenster. "Wie kann er jetzt einfach den Rasen mähen, warum nimmt er mich nicht in den Arm?"
Tränen rinnen ihr über die Wangen und sie kann ein leises Schluchzen nicht mehr unterdrücken.
Vor dem Spiegel tupft sich wie immer all ihre Verletzungen weg. Noch ein Tee für die Seele, um es sich im Sessel gemütlich zu machen.
"Soll er doch machen was er will. Warum kann es nicht so sein wie früher?
Was ist denn nur aus dem Mann geworden der mir jede Tür aufhielt, der mir Rosenblätter auf die Bettdecke legte, der mich täglich berührte und nie genug davon bekommen konnte?"

Sie holt sich eine Decke und nippt an ihrer Teetasse.

In Erinnerungen schwelgend kuschelt sie sich im Sessel ein. Nach ein paar Jahren haben sie geheiratet. Der Sohn kam sogleich und dann haben sie ihr Haus gebaut. Die Wende kam zwar dazwischen, doch er hat es wieder geschafft eine gut bezahlte Arbeit zu finden. Sie war lange zu Hause aber das Geld reichte aus, er verdiente ja reichlich. Es wurde sogar mit den Jahren immer mehr und auch sie konnte schon bald eine gut bezahlte Stelle finden.

Zweimal im Jahr fahren sie in den Urlaub und doch wurde sie immer unglücklicher.

Irgendwann brach ihr Körper zusammen, es hieß: Depression und sie wusste nicht einmal woher das kommen konnte. Natürlich hatte sie Stress mit ihrer Arbeit und in der Klinik sagte man ihr, dass sie sich zu viel zugemutet habe.
Die Klinik, das  wird sie nie vergessen: Jeden Tag traf sie sich mit ihm. Dieser Traummann durchbrach ihr Kartenhaus der resignierten Illusionen.

Sie spürte durch ihn wieder ihre Haut, ihre Jugend und vor allem geliebt zu werden.

Es war so eine wunderbare Zeit mit ihm, obwohl beiden bewusst war, es wird keine Zukunft für sie geben. Er wollte sich nicht trennen und sie auch nicht. Allein der Gedanke sich von ihrem Mann zu trennen, ist für sie ein Grauen. Ihr Mann ist ja gut, sie kann sich nicht beschweren. Er macht alles, sorgt für alles und reden können sie auch. Nur eben das Emotionale, die Liebe, das Verständnis  und die Leidenschaft, das alles fehlt. Er bringt es eben nicht mehr rüber. Da ist nichts, auch wenn beide darüber reden. Sie spürt wie die Leidenschaftslosigkeit mit jedem Wort mitschwingt. Nichts oder nur ein bisschen ist zu spüren. Aber er zeigt es nicht mehr.
Warum, denn nur ich brauche es doch?……

Solche Geschichten gibt es viele, leider viel zu viele.

Meist kommen dann gern solche Sätze wie:
"Wieso, es ist doch alles in Ordnung, nur du machst immer so ein Theater um alles." Damit hat es sich erledigt und alles wird wieder totgeschwiegen und nebeneinander her gelebt.
Nein, so geht es nicht.
In seinem Buch "SchokoladenSaiten des Lebens" hat Wolfram Treydte geschrieben "Wenn einer von beiden ein Problem hat, dann müssen beide daran arbeiten."
Es ist immer eine gemeinsame Aufgabe die Liebe wiederzufinden. Denn sie haben ja auch damals beide diese Liebe entdeckt.

Warum tut er ihr das also an?

Warum ist der Mann von Martina so ein gefühlloser Mann geworden? Warum arbeitet er nicht mit ihr gemeinsam an der Liebe? Man könnte meinen, er ist wirklich nicht sehr klug und extrem egoistisch und und und…
Aber, nach tieferen Überlegungen wird man feststellen, dass er eventuell aus heftigen Verletzungen heraus so handelt. 
Jetzt nach so vielen Jahren will er sich diese Verletzungen, die die Liebe zerstört haben, auf gar keinen Fall mehr an tun. Denn auch Männer haben Gefühle, auch wenn es die Versteckten sind.

Es kann aber auch sein, dass sie ihn allzu oft von sich gestoßen hat.

Der Sohn war wichtiger, die Arbeit lag brach, das Haus war zu putzen oder Handwerker kommen…..

Vielleicht hat sie ihre gemeinsame Liebe nie für das höchste Gut in ihrem Leben gesehen und jetzt liegt sie vor diesem gefühlsmäßigen Scherbenhaufen.

Es gibt ,wenn es so weit gekommen ist, nur einen Weg: Man muss sich Hilfe durch Dritte suchen, denn könnte man das Problem allein lösen , dann hätte man das Problem nicht.

Will man nichts mehr für seine Ehe tun, ist sie gescheitert.
Dann stellt sich nur noch die Frage: wie lange willst du das noch aushalten?

Du lebst nur einmal.


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