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Warum hilfst du mir?

Foto: Jana Scheiding

Neulich erzählte uns ein Bekannter von einem Erlebnis, welches ihm tatsächlich zwei fast schlaflose Nächte einbrachte. Obwohl das Ereignis offenbar schon wieder ein paar Tage her ist, war er immer noch ziemlich aufgewühlt. Das Unverständliche, oder eigentlich mehr das Kuriose an der Geschichte war, dass es sich um ein vollkommen harmloses Thema handelte. Zumindest aus seiner Sicht.

Also: Er hatte beschlossen einer Bekannten bei ihrem Umzug nach Erfurt zu helfen. Das sei, so sagte er, eine völlig normale Reaktion auf ihre Bitte um Unterstützung.
Mitten im Umzuge während des Herumtragens der Möbel und Einrichtungsgegenstände fragte sie ihn plötzlich:
„Warum hilfst du mir eigentlich?“
Von dieser, vor allem in dem Zusammenhang des Umzuges völlig unlogisch erscheinenden Frage überrascht, antwortete er verdutzt:
„Das macht man so, das ist für mich selbstverständlich!“.

Doch diese Antwort muss wohl für sie in keinster Weise ausreichend gewesen sein, denn, als ob er gar nichts geantwortet hätte, fragt sie noch einmal genau das Gleiche:
„Nein, warum hilfst du mir?“
Etwas genervt, von dieser noch unverständlicher werdenden Fragerei wiederholt er seinerseits seinen Satz:
„Na, weil das für mich selbstverständlich ist, das habe ich dir doch gerade gesagt.“

Sie schüttelt ungläubig den Kopf und stellt sich direkt vor ihn:
„Das gibt es nicht! Bisher war es immer so, wenn ein Mann mir geholfen hatte, wollte er etwas von mir. Was willst du von mir?“
Langsam den Geduldsfaden verlierend beginnt er wild gestikulierend auf sie einzureden.
„Hör mir mal zu. Du bist jetzt erst einmal hier im Umzugsstress, musst dich erst einfinden, mit der Wohnung, mit dem Job, mit dem Leben hier, dann kann man immer noch weiter sehen. Weder ich noch sonst jemand weiß, was die Zukunft uns bringt.“

Katrin antwortete:“Du hast ihr damit gesagt, das du eine Beziehung zu ihr willst.“
Sein Erstaunen war nahezu grenzenlos als wir ihm offenbarten, was er da eigentlich gesagt hatte und was sie daraus schlussfolgern wird.
Eigentlich ist unsere Sprache ein wundervolles Mittel zur Verständigung, wenn man weiß wie die Kommunikationssignale zu deuten sind. Sonst kann es zu dem gedanklichen Unverständnis der schlaflosen Nächte kommen, wie unser Bekannte es erlebt.

geschrieben Wolfram Treydte 2015


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