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Warum ist es so schwierig, Unrecht zu haben?

Foto: Jana Scheiding

Sie sitzen im Auto und wollen endlich mal wieder die Freunde besuchen. Der Kofferraum ist voll mit tollen Erinnerungen und Geschenken, die so richtig Freude machen sollen.

Da passiert es, eine Umleitung.
"Mach mal das Navi an", sagt er ganz beiläufig.
"Das ist doch immer noch defekt. Ich denke du musst jetzt nach links fahren."
"Das kann nicht sein.“
„Doch doch,  du wirst sehen, ich erkenne die Straße."
Mürrisch biegt er statt nach links, nach rechts ab, ohne auch nur ein Wort zu sagen.
"Was machst du denn da? Habe ich es nicht gesagt? Jetzt müssen wir drehen und kommen noch zu spät."
"Ach was, ich weiß wo ich hin muss. Dort drüben ist gleich das Haus mit dem blauen Dach."
Er biegt in die erste Straße ein und dann in die nächste.
Sie wird immer ungehaltener. Dann platzt  ihr der Kragen.
"Ich habe es dir gesagt. Wir hätten da hinten nach links abbiegen müssen. Aber nein, du weißt ja alles besser. Wieso glaubst du mir eigentlich nie? "
"Was heißt denn hier immer?"
"Du bist unmöglich, wenn du nur auf mich gehö…", unterbricht sie ihren Satz und schaut verstört auf das Haus vor ihnen.
"Wir sind da." sagt er ganz trocken, „das Haus unserer Freunde.“
Grimmig schaut sie aus dem Seitenfenster des Autos.
"Und trotzdem hätten wir links abbiegen müssen."

Wer hat so eine Szene nicht schon einmal erlebt?
Der Streit an sich kann passieren ok, aber die wirkliche Frage ist:

Warum ist es so schwierig Unrecht zu haben?

Weshalb kann, wie in der Geschichte, Sie nicht einfach wieder Frieden geben? Warum muss sie unbedingt Recht behalten? Was ist so schlimm am Unrecht haben?

Wir fühlen uns oft in so einem Streit unterlegen, nicht anerkannt, missachtet. Es ist nicht schön der Verlierer zu sein, denn zu einem Gewinner im Gespräch schaut man auf, dieser wird geachtet.

Aber:
Unterlegen ist man nur, wenn man sich auf einen Kampf eingelassen hat.

Doch meistens ist es nicht nötig sich auf diesen Kampf des Recht Habens einzulassen. Besonders im Streitgespräch kann man ganz klar eine innere Haltung des:
Ich-kämpfe-nicht-mit-dir einzunehmen.

Wenn ich diesen Kampf nicht annehme, gibt es keine Niederlage.

Das heißt, jetzt fühle ich mich nicht unterlegen, missachtet oder nicht anerkennt. Jetzt weiß ich was ich kann, was ich fühle und was wirklich in diesem Moment wichtig ist.

Es ist verlorene Lebenszeit sich auf diesen Kampf einzulassen.

geschrieben von Katrin Treydte Januar 2016

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